Montag, 15. Oktober 2007
wo war ich stehengeblieben? genau, basti und rüdi waren grade frisch aufgeschlagen und haben den Parkplatz direkt vor meiner haustür, der ungefähr einmal im jahr frei wird, für sich gewinnen können. bei zwei sixpacks haben wir uns erstmal in der wg-küche auf den neusten stand gebracht und weitere zwei haben wir gebraucht, um die party in der wolliner straße (wo zum henker!) zu finden. jemand (sorry!) hat abschied gefeiert, weil diejenige nach paris geht. gut, für uns natürlich grund genug mitzufeiern und das bier aus der badewanne mitzulehren. als weder malzhaltige getränke noch gläser übrig sind, wird der wein eben aus dem einzig übrig- und greifbaren gefäß, einer blumenvase, geleert. die party wird irgendwann etwas mau und deshalb entschließen wir uns sehr bald, in den club 103 abzuhaun. oliver koletzki und karotte stehen auf dem programm – sehr vielversprechend. dort angekommen, die 10euro eintritt bereits an der tür abgegeben, bekommen wir gnadenlos zu spüren, dass alle drei wohl eine recht anstrengende woche hinter sich haben. während basti und ich noch eine knappe dreiviertel stunde unsere ehre zu retten versuchen, lässt rüdi die weibische 30000watt anlage völlig kalt und so empfindet er es wohl für besser, sein erstes schläfchen direkt auf der tanzfläche – im stehen – zu verbringen. niemand hat bisher dj karotte krasser gedisst- (ich habe tränen in seinen augen gesehen). dazu dieses foto:

rüdi nimmts gelassen. und schläft.
irgendwann kommt uns rüdis idee reichlich schlau vor und so verziehen wir drei uns ans sofa nahe eingang. bisschen schlummern. für den club, der sich grade so richtig zu füllen beginnt, müssen wir die looser des abends gewesen sein (es wurden fotos von uns gemacht. mehr brauch ich nicht sagen). es muss wohl halb4 gewesen sein, koletzki (hatte übrigens geburtstag) sollte – horror – erst um 7 auflegen? noch drei stunden zum affen machen und pennen oder, noch schlimmer: unter schmerzen wachhalten? ne. die vernunft siegt und wir steigen in ein taxi.
der taxifahrer entpuppte sich auch noch als etwas absonderlich, indem er uns über seine übergroßen kopfhörer, die auf dem amaturenbrett lagen, erzählte, dass er seinen kopf dadurch mit biomagnetischen strahlen beschalle, „ein ton, den können nur hunde hören“, und dadurch befähigt sei, volle 3 tage durchzuarbeiten. äh, nichts wie raus aus dem taxi.
nächster morgen. erstmal extremkuscheling und dann zum libanesen, einen ordentlichen schawarmateller inkl. hallumi verdrücken. perfekt erstmal als einstieg, wer braucht schon frühstück! weiter geht’s richtung mitte, einkaufen, rumlaufen und die straßen erkunden. leider steht uns die müdigkeit noch dick und fett ins gesicht geschrieben und weil der tag auch schneller vergeht als gewollt, schleichen wir uns schnell ins „kauf dich glücklich“ in der oderberger straße, lesen zur entspannung magazine und machen das, was alle prenzlauer machen: kaffee trinken. nochmal bisschen pause, bevor wir uns daran machen, unsere ehre wiederherzustellen. zum einklingen machen wir es uns später bei wein und bier aus dem spätkauf auf dem mäuerchen gemütlich, bis wir ins dr.pong weitertingeln. das „dr. pong“ ist absolut einmalig und besteht aus nicht viel mehr als einem abgefuckt-verspachtelten raum mit einer tischtennisplatten mittendrin. drumherum drängen sich die leute und spielen sich trinkend bzw betrinken sich spielerisch um die wette. doch ganz gemein: unter das party-vorglüh-volk haben sich klammheimlich profis (an der cola nippend und dem mitgebrachten schläger erkennbar. man grüßt andere, kennt sich) gemischt, die uns angeheiterten ordentlich den spaß verderben. drei runden maximal kann man sich noch so durchmogeln, bis man rausgeschmettert wird. wer zu hart bei frauen spielt, wird ausgebuht. mir doch egal! :-)
okay, keiner hat mehr vor hier den tischtennisprofi zu markieren und so treffen wir uns mit inga und geraldine, um das picknick anzusteuern. eine sichere adresse für eine gelungene party, nur mit der tür immer so eine sache. wir kommen rein, los geht’s und wir feiern wohl eine meiner besten berlinpartys seit langem. alter schwede- gerüchten zufolge soll alter ego aufgelegt haben, erkannt habe ich den knaben allerdings nicht. irgendwann gegen 8 verlassen wir in bester stimmung das picknick, basti und inga gehen geradewegs, rüdi und ich über umwege – genauer gesagt, einen chinesenimbiss, der uns nicht ente (ich) und huhn (rüdi) sondern „ich mach jetzt nur huhn, ihr esst beide huhn“ anbietet. egal. dafür hat der schelm es auch noch sauscharf gemacht.
am nächsten morgen das übliche sonntags-ritual: ausgeschlafen zum mauerpark-flohmarkt, dort als erstes einen 0,4 frisch gepressten orangensaft für 2euro kaufen und einfach mit den massen treiben lassen. mittagessen beim indischen buffet, wo uns mädels von der wg-party am freitag anquatschen. wir geben uns beste mühe den anschein zu erwecken, als könnten wir uns noch an sie erinnern. grins. wie das so mit tagen ist, die man erst um 1uhr nachmittag beginnt, vergeht auch dieser zu schnell und so verabschiede ich basti und rüdi – natürlich nicht ohne vorher ein photobox-bild gemacht zu haben - um 7, das auto steht auch noch da!
die ganze woche war für mich ziemlich anstrengend, da noch recht viel arbeit anstand. jule war erst in wiesbaden und dann zur buchmesse in frankfurth, ich mit patrick, oli, der andere johannes und miriam alleine im büro. ab- und zu besucht uns noch der postbote und das telefon meldet sich zu wort, das wars. dreimal ingesamt muss ich zum andruck, was immer eine recht spannende sache ist: die druckerei spuckt ein testexemplar aus und drängt mit dem kuli auf agenturunterschrift, um die restliche x-tausend exemplare zu drucken. der haken: fast alle drucker sind zigeuner und wollen sparen – meist an zeit, damit sie möglichst viele aufträge abwickel können, schlimmstenfalls aber an farbe, was sich dann wirklich auf das ergebnis auswirkt: zu helle oder matte farben, keine brillianz oder worst case: keine farbechtheit. da muss dann oft noch hand angelegt „mehr von der teuersten farbe bitte“ und rumdiskutiert werden. das problem ist, dass wenn man beispielsweise einen gelberen orangeton haben möchte, rot rausnehmen muss, was dann natürlich wiederum an stellen fehlt, die ohne ein ordentliches rot drinne nicht gut aussehen. oft ne kompromisssache. auch ist es von druckerei zu druckerei unterschiedlich, auf was das ganze hinausläuft. so wurde eine von mir gestaltete einladung, weil geringe auflage, in einer eher kleineren druckerei gedruckt, die sachen, die panatom für die dena (deutsche energie agentur) macht, werden in einem richtig großen laden gefertigt. da wird man dann auch als kunde ganz anders behandelt, per monitor am eingang persönlich begrüßt, mit kaffee und einer „beraterin“ bestens umsorgt.

ein copyshop für erwachsene.
das persönliche highlight: bei der großen druckerei liegen auf den tischen der (eher „prüderen“) sekretärinnen viele der großen (a1) druckbögen rum, damit die sie immer zur hand haben, wenn ein kunde anruft oder so. als wir nochmals ins büro kamen, liegt auf dem tisch der einen sekretärin einfach mal ein druckbogen voller porno-dvd-cover!! ha, den dialog stell ich mir geil vor beim andruck: fragt ein schmieriger pornoproduzent das druckteam „können wir die hautfarben vom schwanz noch etwas knalliger hinbekommen?“. großartig!
freitag war auch nochmal der nette frank matthèe zu besuch (treue leser erinnern sich, der weddinplaner) und hat sich - zufrieden - unsere neuste arbeit für ihn angeguckt. und weil ich ja nicht mehr lange da bin, alles gute für die zukunft gewünscht. ich ihm auch, möge seine karriere genauso gedeien wie meine!
auch sehr nett war am donnerstag abend mein treffen mit Torsten (von designmadeingermany, nomoresleep und voco-me). ihn hatte ich in meinen ganzen zwei berlin-monaten noch nicht getroffen und peinlich wärs gewesen, wenn wirs garnicht mehr geschafft hätten. also bin ich donnerstag nach der arbeit bei ihm im office vorbei, torstraße 201. supergeil: die jungs, eine bürogemeinschaft aus grafik, mode und eventmanagement hat sich in einer ex-zahnarztpraxis eingemietet. bisschen gequatscht und dann sind wir zusammen noch zu meinem andruck von der einladung für das kesslerseminar gegangen. war für ihn glaub ich auch ganz interessant, da er schwerpunkt webdesign hat und weniger mit printprojekten und somit druckereien zu tun hat.


mein letztes projekt: einladung für das kessler-seminar der cranitzgesellschaft berlin
seine bürogemeinschaft hat es mir auf jeden fall sehr angetan, stelle ich mir gut vor, einmal die trennung zwischen privat und business und zudem der kreative input durch die mitarbeiter. arbeitsteilung bei projekten und gutes feedback vom nachbarn.
belohnt haben wir uns im aiko, in das mich torsten ausgeführt hat. ein sauguter (und vorallem günstiger) sushi-laden am rosenthaler platz. schande, soviel sushi habe ich noch nie verschlungen – dementsprechend fühlte sich mein bauch danach auch an. dann noch kurz auf ein becks in die bar 103 (partner vom club von freitag) und dann auch schon ins bett.

ordentlich sushi! torsten trägt ein shirt von BLXNK, erhältlich bei meinem freund christian
die woche verging wie im flug und schon stand koin vor der tür. ich hatte ihn schon gewarnt, dass nach den exzessiven wochen für mich definitiv nicht party auf dem programm steht, was er zwar enttäuscht aber einsichtig (hehe) hingenommen hat. also verbrachten wir ein entspanntes gesprächs-wochenende, sind viel rumgekommen und haben uns fatih akins neuen film „auf der anderen seite“ angeschaut. toller film, der einen ziemlich berüht. auf fatih steh ich ja, nicht zuletzt nach seinem kurzauftritt in der arte serie „durch die nacht mit...“ bei der begegnung von (volltrottel) oliver pocher und (king) moritz bleibtreu. zu buche geschlagen hat dieses wochenende trotz partyabstinenz trotzdem, ich habe konsumtechnisch gesündigt und für fast einen halben riesen eingekauft: zwei mäntel, schuhe und eine externe mac tastatur (ja, die neue, hehe!). so, nu bin ich erstmal gesättigt. halt, mindestens eine weitere hose muss tim mir noch unbedingt schneidern, in das erste exemplar habe ich mich von kopf bis fuß (von hüfte bis fuß) verliebt. göttliches teil.
die letzten nächte saß ich auch noch an einem corporate design für sein modelabel, welches mit einem kollegen gemeinsam nächstes jahr gestartet werden soll. meine ersten entwürfe habe ich ihm heute gezeigt und laut ihm gehen sie definitiv in die richtige richtung. werd wohl noch paar nächte feinschliff drüberlegen und hier und da paar ideen probieren. mit der gesamtidee bin ich mir allerdings schon sehr sicher. mehr dazu vielleicht bald.
nachdem koin heute abgereist ist, kam anja zu besuch, die ich auf den jugendmedientagen in leipzig kennengelernt habe. eigentlich sollte ihr eine einführung ins inDesign geben, am ende haben wir aber hauptsächlich den von ihr mitgebrachten kaffee und kekse (so war der deal!) vernascht und gequatscht. sehr nettes mädel und ab nächster woche philosophie und wirtschaftswissenschafts-studentin hier in berlin. die zeit rennt wie ein esel und so bin ich schnell nochmal auf den flomarkt, um dort zwei sehr tolle handgemachte ketten zu kaufen, die ich mir am vormittag mit koin hatte zurücklegen lassen. dann in die ubahn bis nach stadtmitte, anja verabschieden und weiter zum potsdamer platz, um dort auf inga, johanna und tim zu treffen: alime arbeitet ja beim musical grade und hat uns so auf die liste für die generalprobe des „mamma mia“ musicals gesetzt. war schon ne krasse show mit paar echt coolen bühnenbildern, wobei ich ja sowieso nicht so der musicalfan und darüberhinaus auch kein fan von lautem singsang-weibergekreische auf der bühne bin. aber ne gute show trotzdem.
so, irgendwann muss man ja den sonntag auch zu ende gehen lassen. und das machen inga, johanna und ich in dem döner/pizza/schawarma/eigentlich alles laden neben dem berüchtigten „cafè burger“ am rosa-luxenburg platz, bei beziehungsproblem-gesprächen. ein gelungener abschluss, der mit diesem mehrseitigen tagebucheintrag als beendet gesehen werden kann. die neue woche beginnt, los gehts!